Die große Liebe

Alle wollen genau das: Die große, ewige absolute Liebe. Für die meisten Menschen zählt so eine Beziehung zu den wichtigsten Errungenschaften und Zielen ihres Lebens. Diese Idee der großen Liebe beinhaltet eine Fülle von Erwartungen und Facetten.

 

Aber was genau meinen wir, wenn wir an die große Liebe denken? Zum besseren Verständnis eignet sich die Unterscheidung zwischen „Partnerbeziehung“ und „Liebesbeziehung“.

 

Die Partnerbeziehung ähnelt dabei eher einer vertraglichen Vereinbarung, von der beide Partner gleichermaßen profitieren sollten. In diesem Feld wird der Alltag organisiert. Hier gelten Konzepte wie Gerechtigkeit, Pragmatik, Geben und Nehmen, Ausgleich von Privilegien und Machtverhältnissen. Zugegeben alles nur wenig romantisch, aber außerordentlich beruhigend, angenehm und oft auch schön. 

 

Ganz anders die Liebesbeziehung, die durch bedingungslose und oft auch irrationale Hingabe gekennzeichnet ist. Der oder die Geliebte wird zum Universum, in dem man gemeinsam das Leben und die Liebe erlebt und die so dem eigenen Leben einen Sinn verleiht. Hier erfahren Werte wie Unvorhersehbarkeit, Risiko, Gefahr, Radikalität und Aggression eine andere Bedeutung als in der Partnerbeziehung.

 

Leider machen wir aber fast immer die Erfahrung, das die Liebe und der Alltag eher unvereinbar sind. Und die Sehnsucht nach der absoluten Liebe erweist sich oft als nicht erfüllbar.

 

Was ist zu tun? Zunächst sollte die Liebesenttäuschung als solche mit den einhergehenden Gefühlen der Traurigkeit und des Grolls ernst genommen werden. Es ist und bleibt ein Skandal, dass es nicht auf Dauer funktioniert, nicht funktionieren kann.

 

Dann sollte die Sehnsucht, bedingungslos und grenzenlos geliebt zu werden, näher untersucht und differenziert werden. Welche aus dieser Sehnsucht abgeleiteten Bedürfnisse genau habe ich und wie könnte ich sie wann, wo, alleine oder gemeinsam befriedigen?

 

Durch die Beschäftigung mit dem Wesen der Liebe kann etwas eintreten, was „resignative Reife“ genannt wird. So wird bei vielen Paaren die Fähigkeit zu Lieben gestärkt und das ewige Pendeln zwischen Feuer und Langeweile besser verstanden, besser genutzt und versöhnlicher in die individuelle Liebesgeschichte eingebaut.

 

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